Hamburg (dpa) - Eine gute Flugstunde von Salt Lake City entfernt beginnt für die Eiskunstläufer mit dem ersten Grand Prix der Saison der Countdown für die Olympischen Winterspiele. Nach der Absage eines Junioren-Wettbewerbs in Phoenix wegen der unsicheren Weltlage wollen die Organisatoren von Skate America an der Veranstaltung in Colorado Springs in den Rocky Montains am Wochenende festhalten.
„Die amerikanischen Läufer haben in dieser schwierigen Situation alle europäischen Termine abgesagt, unsere Läufer werden aber fliegen“, sagte am Dienstag Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU).
„Wir müssen mit der Situation sehr sensibel umgehen, denn gerade unsere mitreisenden Preisrichter haben große Bedenken gehabt nach Amerika zu reisen“, sagte Dönsdorf. Mit gemischten Gefühlen und ohne die Schlittschuhe im Handgepäck (wegen Sicherheitsbedenken, sportal.de berichtete) werden der deutsche Meister Silvio Smalun (Oberstdorf) und die Dortmunder Tänzer Jill Vernekohl/Dimitri Kurakin nach Colorado fliegen.
Große Streichungen belasten die Sportler
Auch sportlich stehen die deutschen Starter in der Grand Prix-Serie unter großem Druck: Landen Sie nicht unter den ersten zwei Dritteln der Teilnehmer, werden sie für den möglichen zweiten Event gestrichen. „In diesem Winter geht alles bedingungslos nach Leistung, wir wollen keine Touristen mehr“, sagte Dönsdorf, der mit den finanziellen Mitteln des kleinen Wintersport-Verbandes haushalten muss. Nach Salt Lake City ist ohnehin ein großer Schnitt zu erwarten, dem erfolglosen Verband drohen Zuschusskürzungen von bis zu 20 Prozent, befürchtet der Sportdirektor.
Die DEU greift erstmals rigoros durch und hat alle Läufer mit konditionellen Schwächen aus der internationalen Serie gestrichen. Besonders stark haben bei den Leistungstests aber die Vorzeigeläufer abgeschnitten, mit denen die DEU bei Olympia antreten möchte. Dazu gehören die deutsche Meisterin Susanne Stadlmüller (Stuttgart), Stefan Lindemann (Erfurt -im Bild) und Andrejs Vlascenko (München).
Doch um überhaupt bei Olympia dabei zu sein, müssen die Kufenkünstler Platz 8 bei den Europameisterschaften im Januar erreichen. „Dieses Ziel ist nicht aussichtslos“, so der DEU-Sportchef, der schon längst keine Medaillenträume mehr hegt. Das einzig gesetzte Paar für die Spiele im Februar sind die WM-Siebten Kati Winkler/Rene Lohse.