München (dpa) - Nürnberg ist Spitze und der Bundestrainer ein Fan der Ice Tigers. „Mit ihnen steht die beste Mannschaft zu Recht ganz vorne", schwärmt Hans Zach über den neuen Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Profiliga unterbricht nach 20 Spieltagen die Vorrunde und macht der deutschen Nationalmannschaft Platz. Die Zach-Schützlinge starten mit dem Länderspiel gegen die Slowakei am Mittwoch in Landshut und dem Deutschland-Cup am Wochenende in Hannover mit Spielen gegen die Kanada, die Slowakei und die Schweiz in den olympischen Winter.
Stefan Ustorf, der drei Jahre nach seinem letzten Einsatz wieder für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) spielen sollte, muss sein Comeback verschieben. Der 27-jährige Stürmer des deutschen Meisters Adler Mannheim zog sich am Sonntag im DEL-Spiel gegen die Düsseldorfer EG einen Bänderriss im Sprunggelenk zu und sagte am Montag seine Teilnahme ab. Eduard Lewandowski von den Eisbären Berlin wurde nachnominiert. Ustorf, der zuletzt bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano für den DEB spielte, ist nach Kapitän Jürgen Rumrich (Nürnberg) und Mirko Lüdemann (Kölner Haie) der dritte verletzungsbedingte Ausfall.
DEL-Spitzenreiter Nürnberg, mit dem 5:3 am Sonntag bei den Hannover Scorpions erstmals in dieser Saison auf Platz eins, haben es Zach angetan. „Die Mannschaft ist Topanwärter auf den Titel", meint der Bundestrainer, der nach Saisonende seine Kassel Huskies verlässt und hinter vorgehaltener Hand als neuer Coach bei den Ice Tigers gehandelt wird. Die Franken sind bereits der siebte Tabellenführer in dieser Spielzeit, in der die ständigen Führungswechsel und die Unbeständigkeit aller 16 Teams die einzigen Konstanten waren. „Es ist total eng geworden, keine Mannschaft kann sich entscheidend absetzen und nur noch Kleinigkeiten entscheiden", begründet Zach die Leistungsdichte in der DEL.
Nicht von Euphorie blenden lassen
Drei Spieler stellen die Ice Tigers für die Nationalmannschaft ab. Torhüter Marc Seliger, der bei der Weltmeisterschaft im Frühjahr wegen Verletzung fehlte, feiert sein Comeback und der in Kasachstan geborene Stürmer Vitali Aab sein Debüt in der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Angreifer Martin Reichel komplettiert das Nürnberger DEB-Trio.
Bis auf den zweiten Neuling, Andreas Morczinietz (Augsburger Panther), vertraut Zach dem Team, das beim WM-Heimspiel positive Schlagzeilen lieferte. „Ich denke, dass wir die Begeisterung und den Kampfgeist hinüber retten können", sagt Zach, warnt aber vor übertriebenen Erwartungen: „Wir dürfen uns von der Euphorie vergangener Resultate nicht blenden lassen. Es geht wieder von vorne los. Die Mannschaft muss sich aufs Neue beweisen."
Mit dem Saisonstart am Mittwoch gegen den WM-Siebten aus der Slowakei und dem Deutschland-Cup, der 1987 ins Leben gerufen wurde und im vorigen Jahr erstmals in in der Preussag-Arena in Hannover stattfand, probt Zach bereits für die Olympischen Winterspiele im kommenden Jahr in Salt Lake City, wo neben Österreich und Lettland auch wieder die Slowaken zu den Gegnern gehört. Große personelle Experimente wird der Bundestrainer vor dem olympischen Turnier nicht mehr vornehmen. „Der jetzige Kader bildet den Stamm für Olympia", betonte Zach, der aber seine Verjüngungskur fortsetzen wird: „In den vergangenen drei Jahren haben wir eine ganze Generation ausgewechselt. Für die WM im Frühjahr 2001 in Schweden wird es wieder frisches Blut geben."
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