Maastricht - Radprofi Erik Zabel hat kaum noch Chancen, seinen Weltcupsieg des Vorjahres in dieser Saison zu verteidigen. Auch vor der Weltcup-Halbzeit blieb der Telekom-Kapitän ausgerechnet beim 36. Amstel Gold Race, das der Favorit Erik Dekker (Niederlande) vor Lance Armstrong (USA) nach 258,4 km gewann, ohne Punkte in der Jahreswertung.
Der vierfache Gewinner von Mailand-San Remo aus Unna, im Vorjahr Sieger in Maastricht, stieg am Samstag wie Steffen Wesemann (Wolmirstedt) vorzeitig aus. Nach fünf von zehn Weltcup-Rennen fiel Zabel, der vorher weder in Roubaix noch bei der Flandern- Rundfahrt gepunktet hatte, zurück. Eine Topleistung über die 29 Anstiege zeigte der zweifache Toursieger Armstrong, der auch 1999 Zweiter geworden war.
Der Texaner, der sich 26 km vor dem Ziel allein an die Spitze gesetzt hatte und kurz danach von Dekker Gesellschaft erhielt, bewies bei seiner diesjährigen Weltcup-Premiere, dass er im Moment in seinem Formaufbau für die Tour de France schon wesentlich weiter als Jan Ullrich (Merdingen) ist, der am Samstag nicht am Start war.
Der Toursieger von 1997 startet am Sonntag bei der Berner Rundfahrt. Zwei Tage später fährt Ullrich in Frankfurt bei „Rund um den Henniger Turm".
Das Amstel Gold Race stand für das Team Telekom unter einem schlechten Stern. Der in Flandern und Roubaix so großartig kämpfende Wesemann musste wegen Knieproblemen schon früh aufgeben. Und Zabel war nach einem Defekt aus dem Hauptfeld zurückgefallen.
Auf schmalen Straßen mussten der Berliner und sein Teamkollege Andreas Klier (München) lange auf den Materialwagen warten. Zabel verlor mehrere Minuten und hatte keine Chance mehr, wieder nach vorne zu stoßen.
Deshalb stieg er auch im Hinblick auf das Frankfurter Rennen am Dienstag, das er 1999 gewann, vom Rad. „Die Panne passierte an der Schlüsselstelle des Rennens. Ich musste lange auf ein Ersatzrad warten. Es hatte keinen Zweck mehr, weiter zu fahren. Ich bin sehr enttäuscht", sagte Zabel.
Der letzte Frühjahrs-Klassiker hatte im Dauerregen wegen der Maul- und Klauenseuche unter großen Sicherheitsmaßnahmen begonnen. Sämtliche Begleitfahrzeuge mussten vor dem Start durch eine Desinfektions-Waschanlage.
Die Reifen der Rennmaschinen wurden abgespritzt und die 190 Profis mussten zusätzlich durch eine neutralisierte Zone über einen keimabtötenden Spezial-Belag radeln. Am 13. April war eine Streckenänderung beschlossen worden, die das letzte Viertel des Rennens durch Limburg betraf.
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