Roubaix (her) - Mit einem Sieg des 30-Jährigen Niederländers Servais Knaven und einem dreifachen Triumph des Domo Farm Frites-Teams endete die 99. Austragung von Paris – Roubaix am Ostersonntag. Neuer Träger des weißen Trikots für den Weltcup-Leader ist nun Weltmeister Romans Vainsteins.
Wesemann auf Platz sieben
Steffen Wesemann (Team Telekom) konnte bei der „Schlammschacht von Paris – Roubaix“ mit einem schwer erkämpften siebten Platz an seine guten Ergebnisse bei den zuletzt in Belgien gefahrenen Rennen anknüpfen.
Wesemann fuhr durchweg in der ersten Verfolgergruppe, verlor jedoch viel Kraft durch Probleme mit seinem linken Schuh, mit dem er immer wieder aus dem Pedal rutschte. „Ich hatte die richtigen Beine zum Sieg und konnte nichts machen", sagte nach dem Rennen ein etwas enttäuschter Wesemann.
Erik Zabel war lange Zeit in einer größeren zweiten Verfolgergruppe dabei, schaffte den Sprung nach vorne in Wesemanns Gruppe aber nicht mehr und stieg nach mehreren Reifendefkten ungefähr 50 Kilometer vor dem Ziel aus.
Matsch und Schlamm auf Kopfsteinpflaster
Der 254 Kilometer lange Radklassiker Paris – Roubaix präsentierte sich den Radprofis unter schweren Bedingungen und war alles andere als ein Ostergeschenk für die Profis.
Die insgesamt 47 Kilometer der Kopfsteinpflasterpassagen standen durch den vielen Regen der vergangenen Tage unter Wasser oder waren mit einer dicken Schlammschicht überzogen.
Eisige Kälte und Regen machte das Rennen zu einem der schwersten in den letzten 20 Jahren. Die Fahrer, von Schlamm bedeckt, erinnerten mehr an Teilnehmer eines Cross-Rennens als an solche der dritten Weltcup-Prüfung.
Tolles Solo von Wilfried Peeters
85 Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Belgier Wilfried Peeters (Domo Farm Frites) aus einer gut 15 Mann starken Spitzengruppe, der auch Wesemann angehörte, ab.
Die Voraussetzungen für Peeters standen gut, da er mit Johan Museeuw und dem Weltmeister Romans Vainstains zwei Mannschaftskollegen in der Verfolgergruppe hatte, die die Nachführarbeit stören konnten.
Wald von Arenberg
Wie so oft erwies sich auch bei der 99. Austragung die Kopfsteinpflasterpassage im Wald von Arenberg, als Schlüsselstelle, bei der eine größere Gruppe auf eine ungefähr 15-Mann starke Verfolgerguppe zusammenschmolz.
Wesemann hatte bei der Schlammschlacht immer wieder Probleme mit seinem linken Schuh. Wegen einer defekten Schuhplatte rutsche er häufig aus dem Pedal und konnte die Kraft nicht richtig auf das Kettenblatt übertragen. Einen Schuhwechsel wollte Wesemann auf Grund eines befürchteten zu großen Zeitverlusts nicht riskieren.
„Da war bei mir nicht mehr drin, und mit dem Schuh konnte ich auch nicht zum Schluss um einen besseren Platz sprinten. Die Sohle war abgeschliffen. Wir hatten unterwegs mein Rad und dann die Pedale gewechselt. Aber es nützte nichts. Ein Schuh-Wechsel hätte zu lange gedauert. Schade, ich hatte mir so viel vorgenommen und war top drauf“, bedauerte Pechvogel Wesemann nach dem Rennen.
Der Vorsprung von Peeters auf seine Verfolger pendelte sich bei ungefähr einer Minute ein. Doch auf den letzten 20 Kilometern wurde die Soloflucht des Belgiers durch die Verfolgergruppe beendet.
Neue Spitzengruppe
Mit dem Zusammenschluss stellte sich wieder eine neue Rennsituation dar. Sechs Fahrer lagen nun an der Spitze: Hincapie, Knaven, Vainsteins, Peteers, Dierckxens und Vorjahessieger Museeuw. Hieraus sollte der Sieger dieses Klassikers hervorgehen.
Bei Kilometer 16 vor dem Ziel attackierte der Niederländer Servais Knaven. Somit stellte das dominierende Domo Farm Frites-Team wieder einen neuen Leader im Finale von Paris - Roubaix.
Knaven konnte die Verfolger auf Distanz halten und fuhr schließlich alleine in das Radsportoval von Roubaix ein.
Wesemann schaffte es noch einmal zur Verfolgergruppe aufschließen und erreichte das Zementoval als Siebter. Unglaublich wie er wegen des defekten Schuhs zurückfiel und sich aber immer wieder an die Verfolgergruppe herankämpfte.
Als zweiter Telekom-Fahrer erreichte Rolf Aldag das Ziel auf dem 16. Platz. Nur 55 der gestarteten 190 Profis kamen bei dieser schweren Prüfung ins Ziel. Vier Fahrer wurden ernsthaft verletzt, darunter der Franzose Phlippe Gaumot, der auf dem Kopfsteinpflaster im Wald von Arenberg stürzte und sich einen Unterschenkelbruch zuzog.
Vainsteins mit zwei begehrten Trikots
Vainsteins darf kommenden Sonntag, beim vierten Weltcup-Klassiker „Lüttich - Bastogne- Lüttich“ zwischen dem Regenbogen-Trikot des Weltmeisters und dem weißen Trikot des Führenden im Weltcup wählen.
Ergebnisse Weltcup-Rennen Paris-Roubaix (254,5 km):
1. Servais Knaven (Niederlande) 6:38:40 Stunden;
2. Johan Museeuw (Belgien) 30 Sekunden zurück;
3. Romans Vainsteins (Lettland) 35;
4. George Hincapie (USA);
5. Wilfried Peeters (Belgien);
6. Ludo Dierckxens (Belgien);
7. Steffen Wesemann (Wolmirstedt) alle gleiche Zeit
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