San Remo - Team Telekom hat das erste große Ziel des Jahres erreicht: Sprinter Erik Zabel siegte am Samstagnachmittag beim vielleicht bedeutendsten Frühjahrsklassiker Mailand - San Remo zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren.
Zabel, zuvor 1997, 1998 und 2000 siegreich, zeigte sich nach 287 km wieder mal im Sprint unbezwingbar. Auf der Zielgeraden spurtete der 30-Jährige schneller als der Italiener Mario Cipollini und Weltmeister Romans Vainsteins (Lettland).
Zabel reiht sich unter die Großen ein
Der fünffache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France ließ bei der 92. Austragung des Traditions-Klassikers den legendären Fausto Coppi hinter sich und zog mit dem vier Mal erfolgreichen Gino Bartali gleich.
„Am schwersten ist mir der erste Sieg gefallen. Danach habe ich geträumt, wie oft ich das Rennen gewinnen kann. Diesen Traum habe ich nur meiner Frau erzählt“, sagte Zabel mit Blick auf Rekordhalter Eddy Merckx. Die belgische Radsport-Legende hat immerhin sieben Mal in San Remo triumphiert.
Fagnini bereitete Zabel den Sieg
Die Entscheidung beim Weltcup-Auftakt fiel - anders als so oft in den vergangenen Jahren - diesmal nicht am Poggio di San Remo. Nach dem letzten Anstieg sechs Kilometer vor dem Ziel lagen alle Favoriten noch in einer Kopfgruppe.
Zabel hatte noch seinen Helfer Gian-Matteo Fagnini bei sich. Auf den letzten Metern auf der Via Roma ließ sich der Unnaer auch nicht von einem Massensturz irritieren. Fagnini bereitete ihm dabei wie im Vorjahr den Sprint mustergültig vor. „Das Finale war für ihn und mich fast schon Routine“, sagte Zabel.
Ausreißer ohne Chance
Nach einem gemächlichen Start und Temperaturen um 17 Grad gab es nach 104 km den ersten ernsthaften Ausreißversuch. Der Ukrainer Sergej Matwejew, der Schwede Martin Rittsel, der Spanier Davi Lasa Latasa und der Tscheche Milan Kadlec fuhren zeitweilig fast zehn Minuten Vorsprung heraus.
Zu diesem Zeitpunkt waren es aber noch fast 100 km bis zum Ziel. Zuvor hatten die 193 Fahrer den 773 m hohen Bric Berton und den 516 m hohen Colle del Giove überquert. Bis 30 km vor dem Ziel fing das Feld alle Ausreißer ebenso ein wie etwas später den kurzzeitig davon gefahrenen Weltranglistenersten Francesco Casagrande.
Das ebenfalls in San Remo endende Weltcuprennen der Frauen gewann die Schwedin Susanne Ljungskog. Beste Deutsche bei der „Primavera rosa“ war nach 188 km Vera Hohlfeld aus Erfurt auf Platz 28. Die Weltranglistenzweite Hanka Kupfernagel aus Berlin kam bei ihrem ersten Weltcupstart in diesem Jahr nicht über Rang 34 hinaus.
Ergebnisse vom Weltcup-Rennen Mailand - San Remo:
92. Weltcup-Rennen Mailand - San Remo (287 km):
1. Erik Zabel (Unna) 7:23:13 Stunden
2. Mario Cipollini (Italien)
3. Romans Vainsteins (Lettland)
4. Biagio Conte (Italien)
5. Paolo Bettini (Italien)
6. Gabriele Colombo (Italien)
7. Gabriele Balducci (Italien)
8. Jo Planckaert (Belgien)
9. Beat Zberg (Schweiz)
10. George Hincapie (USA) alle gleiche Zeit
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